Atemtraining (Pranayama)

Du frägst Dich vielleicht, warum Du Deine Atem “trainieren” solltest?

Wir können ein paar Wochen ohne zu essen, ein paar Tage ohne zu trinken, aber nur wenige Minuten ohne zu atmen überleben. Wie wichtig und wertvoll unser Atem ist, das ist den meisten von uns nicht wirklich bewusst – in der Regel atmen wir ohne Bedacht ca. 15-mal in der Minute, ca. 21.500-mal am Tag. Keiner hat uns je beigebracht, wie wir uns mit unserem Atem verbünden, um ihn als unseren wichtigsten Begleiter durch das Leben wahrzunehmen.

Durch die Covid-19 Pandemie ist die Bedeutung dieses lebensspendenden Elixiers mehr im Bewusstsein der Menschen angekommen, bleibt aber durch die Übertragung des Virus durch die Atemluft leider negativ behaftet. Die Nachrichten von schweren Verlaufen der Krankheit, Bilder von Menschen auf den Intensivstationen, die beatmet werden müssen, ein langsamer Erstickungstod jagen Angst ein. Angst und Stress sind jedoch in diesen Tagen schlechte Berater, sie lassen uns flacher, schneller und unzureichender atmen, was zur Folge hat, dass sich die Anspannung in uns weiter erhöht.

Durch unsere westliche Lebensweise benutzen wir zudem im Alltag nur einen Bruchteil unserer Atemkapazität. Im Sitzen belüften wir ca. 65% der oberen Lunge, die unteren Atemmuskeln erlahmen, werden schlecht durchblutet. So wird das untere Drittel eine Brutstätte für Keime – eine Lungenentzündung durch Sars-Cov-19 befällt interessanterweise diesen untersten Teile Lunge. Es ist an der Zeit also, sich diesem stiefmütterlich behandelten Raum in uns zuzuwenden.

Sich immer wieder seines Atems bewusst zu werden, innere Räume durch gezieltes Dehnen für ihn zu eröffnen und gleichzeitig durch eine gezielte Atemlenkung die Atemmuskulatur sowie -hilfsmuskulatur zu trainieren, langsamer, sanfter und dadurch tiefer zu atmen um dadurch deutlich mehr Energie/Prana schöpfen, all das wussten bereits die Yogis vor tausenden von Jahren. Und um das Geschenk, dass die Lunge das einzige unserer inneren Organe ist, welches wir direkt und willentlich ansteuern können, um so unseren Energiehaushalt und unser Nervensystem zu beeinflussen.